Jakobsweg

Wednesday, October 26, 2005

38. Reisetag Santiago Aeroporto - Gümligen



(Flug in den Morgen)

Santiago Aeroporto - Gümligen

Wecker, Uhr und Telefon wecken mich praktisch zur selben Zeit: Heute wird die Zeit meiner Reise zu Ende gehen. Am Flugplatz noch schnell ein Frühstück und boarden. 10 Minuten vor der eigentlichen Abflugzeit rollt die Maschine schon zum Runway 17. Der Flug nach Barcelona ist ein Flug in ein faszinierendes Morgenlicht.

Von Barcelona geht es weiter nach Genf, wo ich gespannt auf mein Velo warte. Ein etwas havarierter Carton wird mit dem extra grossen Förderband zu Tage gefördert. Da ich von mir nicht behaupten kann, ein technisches Genie zu sein, bin ich doch erstaunt wie schnell das Fahrrad farbereit wieder vor mir steht!

12.36 Uhr fährt der Zug nach Bern ab, wo ich knappe zwei Stunden später ankomme. Ich entlade mein Velo aus dem hintersten Wagen und will auf dem Perron zur Rampe ins Untergeschoss fahren. Ich müsse absteigen, sonst riskiere ich eine Busse von CHF 60, ertönt die bestimmte Stimme des Beamten, der sich vor mein Vorderrad stellt. Jetzt weiss ich mit Bestimmtheit, dass ich wieder in der Schweiz bin....

Ein eigenartiges Gefühl, mit dem bepackten Velo durch Bern und über die Kirchenfeldbrücke in Richtung Gümligen zu fahren. Nach dem Burgernziel ändern die Gedanke, ich werde eine Art wie unsicher: Ist nun die Unbeschwertheit (dieses Wort ist treffend) und die Sorglosigkeit der vergangenen fünfeinhalb Wochen am Ende angelangt?

Am Schubertweg 3 bin ich froh, meine geliebte Christine in die Arme schliessen zu können.

Tuesday, October 25, 2005

37. Reisetag Mein letzter Tag in Santiago




(Wiedersehen in Santiago mit Regina (lebt mit Kurt in Norwegen, nördlich des Polarkreises), René (aus Dänemark) und Kurt vor dem Hotel Entrecercas. Bauersfrauen am Markt in Santiago)

Mein letzter Tag in Santiago

Nach dem gemeinsamen Frühstück mit René im Hotel besuchen wir das Pilgermuseum, das in eindrücklicher Art und Weise die Geschichte des Jakobsweges aufzeigt. Absolut sehenswert. Anschliessend trennen wir uns. Ich kaufe noch einige Souvenirs für meine Liebsten und besuche - wie sich das für einen Beizer gehört - die Markthallen von Santiago. Am Mittag zieht es mich dann nochmals in die Kathedrale. Als ich um 12.30 Uhr dort eintreffe bin ich erstaunt, dass diese - nicht wie in den beiden Vortagen - "nur" zu 3/4 besetzt ist. Keine Weihrauch-"Show", keine Obladen. Heute ist alles anders. Als ich Ausschau nach René halte, finde ich ihn - neben dem Norweger-Ehepaar. Die Sage, dass man sich auf dem Pilgerweg wiedersieht, ist Wirklichkeit! Erfreut geniessen wir eine Flasche Gava. Es folgt ein gemeinsames Abschlussessen im Restaurant San Clemente, wo wir die einzigen Ausländer sind. Wiederum ist der Fisch lecker und der der Albarino Klasse. Wir verabschieden uns um 16 Uhr vor dem Hotel (siehe Foto) und hoffen, einander irgendwann wieder zu sehen.

Ich ziehe meine Regenkleider über, bepacke mein Stahlross und fahre die 12 km zum Flugplatz, um die Modalitäten bezüglich Aufgabe meines Velos zu klären. Da ich die notwendigen Imbusschlüssel (Allenkeys) zur allfälligen Demontage von Rädern, Pedalen, Sattel bei mir zu haben glaube, sollte dies eine reine Formsache werden. Ja häsch gmeint! Damit mein Velo in den 5 Euro Carton passt, muss ich nebst Vorderrad auch die Pedalen demontieren. Da ich - um Platz zu sparen - den Worten meines Velomechs Glauben geschenkt habe, dass mit der Schlüsselgrösse 1-5 sämtliche Schrauben zu öffnen sind, hatte ich Nr.6 zuhause gelassen. Genau diesen Schlüssel hätte es jedoch gebraucht, um die Pedalen zu entfernen. Grosszügigerweise hat Iberia auf dem Flugplatz eine Veloecke eingerichtet inkl. Werkzeug. Alles vorhanden ausser Schlüssel Nr. 6! Die Spanier sind freundliche Leute: der Herr von der Security holt bei den Maintenance-Leuten einen Schlüssel Nr. 6. Würg, würg..... hilft nichts. Auch mit Unterstützung des netten Herrn nicht. Mein Hemd ist mittlerweile so nass als wäre ich im Regen gestanden.

Nun im Regen stehe ich ja, mit meinem Velo, dessen Pedalen einfach nicht weg wollen! Nach einer weiteren Viertelstunde des Würgens und des zweimaligen Händewaschens (was wird Christine zu meinen Kleidern sagen?) kommt der nette Herr wieder vorbei und meint dass ich das Velo mit den Pedalen doch einfach in die Box würgen solle. Gesagt getan: Nach Demontage von beiden Rädern, Sattel und Schutzblech ist das Velo in diesem mittlerweile recht unförmigen Carton und bereit zum Check-in.

Zu Fuss gehe ich zum einen Kilometer entfernten Hotel, wo ich - endlich, nach langen Tagen des Fragens in vielen Restaurants - eine Gemüsesuppe und in der Folge eine Portion Spargeln (Grösse Cojonudos) mit einem letzten Glas Albarino geniesse und früh zu Bett gehe.

Monday, October 24, 2005

36. Reisetag Santiago!




















(Stimmungsbild mit Schirmen vor der Kathedrale)
Santiago!
Kurz nach 09 Uhr telefoniere ich mit Balz Stump bezüglich der Rückreise. Alternative zum Donnerstag Nachmittagsflug, bei welchem das Risiko besteht, dass ich Genf "strande", ist ein Morgenflug am Mittwoch. Das ist ja schon übermorgen! Plötzlich packt mich der Wunsch nach Hause zu kommen. 07.15 Santiago Departure. OK. Gebucht.
Nun aber die Frage bezüglich Finisterre: soll ich nun schnell mit dem Bus hinfahren um das "Ende der Welt" zu sehen und dafür kaum mehr Zeit für Santiago und seine Sehenswürdigkeiten haben? Nach einigem Hin und Her entscheide ich mich gegen eine Fahrt ans "Ende der Welt".
Die Altstadt von Santiago bietet viel an Sehehswertem. So zieht es mich am Mittag wieder in die Kathedrale um dieses monumentale Show der Pilgerpredigt um 12 Uhr nochmals mitzuerleben. Wiederum war die Kathedrale überfüllt. Um 12.40 Uhr kamen 8 Messdiener (kräftige erwachsene Männer) und zogen den ca 1 Meter grossen Weihrauchkessel an einem dicken Seil in die Höhe, brachten ihn zum Schwingen. René der Däne hatte mir am Vorabend erzählt, dass dieses Ritual, das gemäss den mir vorliegenden Führern nur an ganz bestimmten Tagen zelebriert wird, bereits am Sonntag erfolgte. Welch ein Glück für mich, dies nun erleben zu dürfen. Es ist schwer zu beschreiben und kaum vorstellbar, wie dieser Weihrauchkessel wie ein Pendel im Querschiff der Kathedrale zur Seite je ca 25 m (50 m gesamthaft) und vertikal vermutlich auch 25m bis knapp unter die Decke schwingt. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass dieses Ritual, das von der wunderbaren Stimme einer Nonne begleitet wird, mir kalt den Rücken hinunterlief und sämtliche Haare zu Berg stehen liess. Ebenfalls beeindruckend ist es, während der Predigt die Verschiedenheit der Anwesenden zu beobachten: Die Pilger aus der ganzen Welt, die - ihre Rucksäcke und Wanderstöcke oder -stäbe neben den Bänken deponiert - teils erschöpft, alle aber andächtig der Zeremonie folgen, die gläubigen Spanier, teils mit den Gesichtern in ihren Händen, mit gefalteten Händen, teils in den Bänken kniend. Eindrücklich, was ich hier erlebe.
Wiederum treffe ich René, den es auch wieder in dieses Gotteshaus gezogen hat. Er wollte nochmals emporsteigen und am Rücken von Santiago die goldene Muschel berühren, nachdem er dort am Vortag ein wahres Kraftfeld gespürt hat. Das Erlebis habe sich wiederholt, jedoch nicht mehr in derselben Stärke, erzählte er mir nach der Zeremonie.
Am Abend trafen wir uns dann wieder um gemeinsam das Ende unserer Reise zu feiern. Ich wäre eigentlich gerne eine Paëlla essen gegangen. Er war eher für Fleisch und so entchieden wir uns für das Restauants des 5-Stern Hotels Paradores, direkt neben der Kathedrale. Wir liessen uns nicht lumpen und bestellten ein 6-Gang Menu mit einer feinen Flasche Ribera. Zum Abschluss des Abends setzten wir uns nochmals einige Minuten auf die Steimauer und genossen den - verregneten - Anblick der Kathedrale.

Sunday, October 23, 2005

35. Reisetag Melide - Santiago



















("Matamoros", Jakob als Morentöter, René aus Dänemark und ich beim Mittagessen in Santiago und die Kathedrale von Santiago)

Melide - Santiago
In Melida läuft was, besonders samstags: In der Pizzeria, wo ich um 21 Uhr als einer der ersten Gäste eintraf, kam die Dorfjugend um 22 Uhr, was für Spanien eine völlig normale Zeit zum Nachtessen ist. Als ich dann um 23 Uhr ins Bett stieg, ging die Geburtstagsparty im Restaurant des Hotels los und dauerte bis 03 Uhr. Trotzdem steige ich um 07.30 Uhr fit und motiviert aus dem Bett, esse mein Frühstück und fahre um 09 Uhr los. Noch 54 km, das sollte vor 12 Uhr - Beginn der Pilgerpredigt in der Kathedrale von Santiago - möglich sein.
Um 11.45 Uhr treffe ich vor der Kathedrale ein und bin erstaunt über den Menschenstrom, der sich ins Innere bewegt. Noch nie habe ich eine Kathedrale so überfüllt gesehen. In den Seitenkorridoren sind TV montiert, für diejenigen - wie ich - die keinen Platz mehr finden.
Die Athmosphäre in diesem Monumentalbau ist schon sehr beeindruckend. Nach dem Gottesdienst, während dem die Herkunft der heute angekommenen Pilger bekanntgegeben wird, gehe ich zum Pilgerhaus, um mein Zertifikat abzuholen. Da spricht mich doch tatsächlich einer mit Namen an. Es ist ein Däne, der ebenfalls mit dem Velo unterwegs ist und den ich in O Cebreiro kennenlernte. Kurz entschlossen gehen wir in ein Fischrestaurant und stossen auf unsere Pilgerreise mit einer feinen Flasche Albariño an. Die Seezunge ist so köstlich wie der Wein und "we have a good time".

Wie ich mich gefühlt habe? Nun auf der Fahrt juchzte ich einige Male und als ich an der Ortstafel Santiago vorbeifuhr, standen kurz alle Haare zu Berg, musste mich aber sofort wieder auf den Verkehr konzentrieren. Auf der Steinmauer des Praza do Obradoiro - umringt von beeindruckenden Monumenten - wurde mir klar, dass ich die 2'120 km hinter mir habe und liess die unvergesslichen 5 Wochen Revue passieren.

Was habe ich mitgenommen und was hat mich am meisten beeindruckt? Eine grosse Dankbarkeit empfinde ich. Dankbar für mein schönes Leben. Ich hatte während 5 Wochen ein kleines Guckloch in das Leben vieler Menschen und sehe wie privilegiert ich auf dieser Welt bin. Beeindruckt haben mich die Landschaften, die Düfte, die regionalen Lebensmittel und natürlich die vielen Monumente und Kunstwerke. Die Kirchen von Nasbinals, Fromista, die Kathedralen von Burgos und Santiago und das Museum von Santo Domingo. Was mich auch beeindruckt hat, dass in Spanien keine Bar ohne laufenden TV und Weihnachtslotterie-Lose gibt.

Wie geht es weiter? Eigentlich wollte ich morgen mit meinem Stahlross nach Finisterre fahren um die Reise am "Ende der Welt" (bis 1492) zu beenden. Die Wetterprognose ist jedoch für Dienstag und die folgenden Tage so schlecht, dass ich wahrscheinlich den Autobus nehmen werde. Balz Stump wird entscheiden, wann ich in die Schweiz zurückkehren werde. Irgendwann zwischen Mittwoch und Freitag.

Euch allen, die meinen Blog gelesen habt, danke ich für Eure Begleitung. Besonderen Dank all denjenigen, die mir einen Comment geschickt haben.

Es war eine schöne Zeit und ich werde Santiago und seine Kunstwerke noch bis zum letzten Tag geniessen.

PS: Natürlich werde ich mich von Finisterre melden....

Saturday, October 22, 2005

34. Reisetag Sarria - Melide















(Stausee von Portomarin)

Sarria - Melide
Das Hotel war wirklich Erholung pur. Es hatte sogar einen Hometrainer, aber ich fand einfach keine Zeit, eine halbe Stunde zu trampen....
Wieder nachts massive Niederschläge und am Morgen die Hoffnung, dass es das trockene Wetter anhalten möge. Und tatächlich, während einer ganzen Stunde regnet es nicht. Galizien erinnert an die Schweiz: Grüne Matten und eine sehr hügelige Landschaft (auf 65 km über 1000 Höhenmeter) Sehr viele Eichen und überall Kastanienbäume. Während den letzten Tagen habe ich viele Alte gesehen, die Kastanien für den Winter sammeln. Eine buckelige Alte erklärte mir heute, dass sie diese in Milch kochen und dann schälen um so zu essen. Die Kastanien reichten jeweils bis in den Frühling.
Um auf's Wetter zurück zu kommen: Nach einer Stunde setzte Nieselregen ein. Plötzlich wieder Sonne, dann plätzlich ein Platzregen: so richtig Herbst. Das Schlimme ist einfach die Sache mit dem Tenu. Mein Regenmaterial ist nicht aus Goretex, so dass ich nach einer Stunde im Regen troztdem bis auf die Haut nass bin, inkl. Socken, aber von innen heraus. Es ist jedoch zu frisch, um den Regenschutz nicht anzuziehen.
Ich bin überrascht, wie wenige Pilger unterwegs sind. Ich habe mir vorgestellt, dass es ein Menschenstrom sein würde.
Ich kann nicht mehr sagen, dass der Weg noch mein Ziel ist. Jetzt bin ich sehr auf Santiago und Kilometer fixiert. Noch 54 sind es. Hier auf dem Jakobsweg steht alle Kilometer ein Steinblock mit den verbleibenden Kilometern.
Ich fühle ein Veänderung in mir: Habe ich währen den vergangenen 5 Wochen so viel geträumt, wie wahrscheinlich noch nie. Anders war auch, dass ich die Träume am Morgen immer noch wusste. Die letzten 2 Nächte sind anders. Auch merke ich, dass ich mehr an die Schweiz resp. mein Umfeld in der Schweiz denke. Die Vorbereitungen für den Rückflug laufen auch schon.

Danke für die 3 Comments. Silvia fragt, ob ich nervös bin, am Vorabend der Einfahrt in Santiago. Eigentlich nicht mehr, aber gespannt auf Santiago.

Hier in Melide (ich bin nicht im Tessin) hat es ein Mueeum über die Kultur von Galizien. Leider ist es geschlossen, da es gerade umgebaut wird. Schade. Spanien hat es mir schon angetan. Ich finde es eine sehr interessante Nation. Gerne würde ich Madrid kennen lernen. Ich hoffe, dass dies mit Christine bald möglich sein wird.

Friday, October 21, 2005

33. Reisetag O Cebreiro - Sarria





















(Blick von O Cebreiro in das grüne Galizien. Kapelle Del Salvador mit mozarabischem Einfluss und 1000 jährier Zypresse in Samos)

O Cebreiro - Sarria

Wiederum hat es die ganze Nacht stark geregnet. Der Nebel ist etwas lichter geworden und der Regen hat etwas abgenommen. Vorsichtig fahre ich den Pass hinunter auf nasser Strasse und mit viel Gegenwind.
Bereits um 10 45 Uhr treffe ich in Samos ein, wo das Kloster San Xian de Samos und die kleine Kapelle Del Salvador stehen. Sehr freundliche Führung durch das Kloster. Besonders angetan bin ich vom barock-klassizistischen Retable der Kirche. Wandgemälde spanischer Künstler aus den frühen 60er Jahren zieren die Wände dieses 1951 durch einen Brand stark beschädigte Kloster. Ein kultureller Höhepunkt meiner Reise.

Um 13 Uhr erreiche ich Sarria, wo ich etwas Kleines esse und die Altstadt anschaue. Ich bin erschöpft. Die Beine schmerzen und der Himmel wird wieder schwarz. Der gestrige Tag hat mir meine Grenzen gezeigt. Also entschliesse ich mich, hier ein Hotel zu suchen. Heute schlage ich zu: Ich ziehe in einem 3*Hotel ein! Geniesse den Luxus in vollen Zügen. Momentan sitze ich in einem Spielsalon umgeben von der Dorfjugend, die auf 20 PC spielt, dazu raucht und laut ist. Jä nu....

Thursday, October 20, 2005

32. Reisetag Ponferrada - O Cebreiro



(Herbststimmung in einem Pappelwald)

Ponferrada - O Cebreiro

die ganze Nacht hindurch hat es geregnet - und wie. Am Morgen um 8 Uhr hört es auf! Das muss ein gutes Zeichen sein....Ich leide unter dem vielen Wein des Vorabends: Die Muskeln schmerzen.

Die Besichtigung der Bodega Estefania mit Jose Luis ist auf 9 Uhr angesagt. Beeindruckend, was man mit Geld machen kann. Die Besitzerfamilie ist eigentlich im Milchgeschäft tätig. Zusammen mit einem talentierten Winemaker aus dem Bierzo haben sie Rebberge gekauft und die alte Milchprodukte-Fabrik abgerissen um diese prachtvole Bodega zu bauen. Alle degustierten Weine sind hervorragend und zu empfehlen (Bezug Martel in St. Gallen).

Kurz nach Mittag fahre ich ab, mit dem Ziel Villafranca del Bierzo - ein sehenswertes Städtchen. Wieder einmal komme ich zur falschen Zeit an: 14.00 Uhr und die Kirchen, Museen und Infobüros haben geschlossen. Was tun? Das Wetter ist besser als erwartet. Ich fahre weiter, bis zum nächsten Ort mit einem Hotel. Dort entscheide ich mich für's Weiterfahren. So geht es weiter, bis ich das letzte Hotel vor der Passhöhe hinter mir habe. Noch 15 km und es beginnt zu regnen. Es wird immer steiler und regnet immer stärker. Dazu noch etwas Wind und das Ambiente ist perfekt. Jä nu, das muss man ja auch einmal erleben, aber weshalb gerade am steilen Cebreiro Pass, der mich von Castillo-Leon nach Galizien führt? Die Steigung auf den letzten 5 km bleibt bei 6 - 10%. Ich leide. 2 der 5 km schiebe ich. Der Nebel wird immer dichter und - ausser der Strasse auf schätzungsweise 20 m Länge - ist nichts zu sehen. Endlich, um 17 Uhr erreiche ich die Passhöhe. Dem Wegweiser folgend gelange ich an einem Bus mit deutschen Touristen vorbei zu einigen Steinhäusern. Musik aus einem Lautsprecher vor einem Souvenirladen. Ein Haus ist mit einem H bezeichnet. Bis auf den letzten Faden durchnässt trete ich ein und bekomme ein Zimmer. Entgegen meiner Gewohnheit frage ich nicht, ob ich es anschauen könnte. Wieso auch, bin ich doch froh, ein Dach über dem Kopf zu haben. Ein Zimmer? So stelle ich mir eine Mönchszelle vor. Bett, Stuhl, kleiner Tisch. Das Fenster ist ein besseres Guckloch, hinter einer Meter dicken Steinmauer. Aber eben - froh bin ich, eine Dusche nehmen zu können und mich aufzuwärmen.

Nach dem Nachtessen (Spiegeleier und Salat, aber viel Flüssiges), vertrete ich mir die nun trockenen Füsse. Einige Steinhäuser im Nebel und eine Kirche. Um 20 Uhr beginnt die Messe. In der Beiz diskutiere ich mit einem Dänen, einem Ehepaar aus Norwegen, einem Italiener und einer Frau aus Kalifornien bis es Zeit ist, ins Bett zu gehen.

Wednesday, October 19, 2005

31. Reisetag Castrillo - Ponferrada





















(Auf dem Dach der Reise: Cruz de Ferro 1500 m ü.M. Feucht-fröhlicher Barbesuch in Ponferrada. Zum dritten Bild braucht es - glaube ich - keinen Kommentar, höchstens die Frage "Wo liegt der Schatz begraben")

Castrillo de los Polvazares - Ponferrada
Wunderschönes Morgenrot begrüsst mich. Leider nur gegen Westen ist es hell, auf der Ostseite sieht es ziemlich dunkel aus. Nach dem Frühstück im nächsten Dorf - die Dörfer sind praktisch verlassen, nur einige Alte leben noch hier und im Sommer Touristen - beginnt es zu regnen (Das Ankleiden und ausziehen der Regenkleider werde ich noch zweimal üben). Vor mir sehe ich einen Regenbogen, der mich noch einige Kilometer begleiten wird. Der Aufstieg zum Cruz de Ferro ist steil, besonders der letzte Kilometer mit einer Steigung von 7 - 12%. Im Nebel glaube ich das Kreuz bereits verfehlt zu haben. Als ich dann dort ankomme: dicker Nebel! Er lichtet sich jedoch, kaum bin ich angekommen. Ein ergreifender Moment, als ich den von Christine ausgelesenen Stein aus Gümligen zu den Tausenden und Abertausenden von Steinen hinlege.

Die Fahrt ins Tal mit 900 m Höhendifferenz ist anspruchsvoll, zumal die hintere Scheibenbremes ihren Dienst versagt. Gott sein Dank finde ich in Ponferrada einen Velomech, der die Bremsbeläge ersetzt.

Ponferrada ist eine sehr lebendige Stadt. Viele schöne Bars - 5 davon werde ich zusammen mit Jose Luis von der Firma Bodegas Estefania abends noch besuchen - und enorme Bauaktivitäten. Wie bereits gesagt, degustieren wir abends die verschiedenen Rotweine der Region Bierzo. Ich bin sehr angetan von diesen kräftigen Weinen.

Tuesday, October 18, 2005

30. Reisetag Leon-Castrillo de los Polvazares





















(Das Fenster meines Zimmers, oberhalb des Restaurant-Eingangs. Rechts mein Velo unter Plastik. Dorfstrasse von Castrillo de los Polvazares)
Leon - Castrillo de los Polvazares
Die ganze Nacht regenete es. Als ich das Hotel verlasse um eine Cafeteria für das Frühstück zu suchen, hört es aber gerade auf. Das Wetter entwickelt sich während des Tages positiv, nur die Temperatur bleibt tief. Nach 250Km Meseta, so heisst diese Hochebene zwischen 800 und 950m ü.M, beginnt sich heute die Landschaft etwas zu ändern: Buschwälder und am Horizont die Montes de Leon.
Die Stadt Astorga steht heute auf dem Besuchsprogramm. Beeindruckend der Palacio Episcopal von Gaudi, das auch ein Pilgermuseum beinhaltet. Vermutlich war Disney vor dem Bauch von Disneyland einmal hier, die Ähnlichkeit ist erstaunlich.
Ich muss gestehen, dass langsam eine Sättigung bezüglich der Besichtigung von Kulturgütern eintritt. Ich habe bereits so viele schöne Sachen gesehen, dass "Neues" sehr oft einen Déja-vu-Effekt auslöst.
Nach einer kleinen Kostprobe von Süssigkeiten, die hier typisch sind, geht es weiter zum Etappenziel. Man gblaubt sich hier ins Mittelalter zurückversetzt! Castrillo ist das hübscheste Dörfchen, das ich auf meiner Reise sehen durfte. Zwei kleine Hotels, beide angeblich mit sehr guter Küche. Das erste Mal auf meiner Reise durch Spanien esse ich wirklich sehr gut. Ein Carpaccio von einer Qualität wie ich es noch nie ass (erstklassiges abgehangenes Rindfleisch), gefüllte Zwiebeln mit Bonito (Thon-ähnlich), Spargeln an einem Zwiebelpurée mit Schinken. Desserts bestelle ich - da ich mich nicht entscheiden kann - zwei! Ich weiss nicht ob ich das hier schreiben darf, aber ich bin der einzige Gast und werde umhegt von der einzigen Köchin......doch keine falschen Gedanken, es ist beim Essen geblieben!
Das Restaurant öffnete erst um 21h. Also sass ich alleine auf einer Mauer am Dorfplatz und durfte sehen, wie der Vollmond zwischen den Giebeln der Steindächern aufstieg. Absolute Stille - das Dorf ist wie ausgestorben!

Heute bin ich nervös. Ob es der Vollmond ist oder der grosse Respekt vor der morgigen Etappe auf 1'500m oder etwa die Tatsache, dass Santiago nur noch 300Km entfernt ist und meine Reise sich langsam dem Ende nähert. Ich weiss es nicht!

Monday, October 17, 2005

29. Reisetag El Burgo Ranera - Leon















(Eine kurze, schnelle Fahrt durch "Grau in Grau")
El Burgo Ranera - Leon

Endlich hat die Wetterprognose recht: es regnet. Habe ich also gestern richtig gehandelt, als ich möglichst in die Nähe von Leon gefahren bin.
eine kurze Fahrt von 44 km und schon bin ich in dieser 150'000 Seelenstadt. Sie wurde mir als sehr schön geschildert und sind meine Erwartungen etwas zu hoch positioniert. Zwar hat es wieder sehr viel Schönes anzuschauen. aber die Stadt gefällt mir bei weitem nicht so gut wie Burgos.
Beim Nachtessen in der Cafeteria Victoria bereite ich mich auf den Besuch beim Weinproduzenten im Bierzo vor: Ich trinke zu den Spaghettis (endlich) zwei Glas Tilenius Robles. Ein ausgezeichneter Wein zu einem sehr guten Preis. Neben mir sitzt Jean-Marie aus Charmey, ein Pensionierter, der den Weg seit Le Puy (2 Monate bis jetzt) macht. Am anderen Tisch sitzt ein 35-jähriger Deutscher mit einigen Spaniern. Er hat alles aufgegeben in Deutschland. Sein Steinmetz-und Bildhaueratelier, seine Wohnung und seine Freundin. Zuerst wanderte er vom Bodensee ins Tessin und als es kälter wurde, entschied er sich für den Jakobsweg. Er will nicht mehr in die Stadt in Nordrhein-Westfalen zurückkehren. In Gesprächen erfahre ich die unterschiedlichsten Lebensgeschichten. Da war Mary aus Ottawa, die mit ihrem Cousin Ken den Weg jetzt beenden will, nachdem sie im Frühling begonnen hat, als ihr Mann - ein Professor und Bergsteiger - den Everest besteigen wollte. Als dieser tödlich verunfallte, musste sie den Weg unterbrechen oder Werner aus Brugg, der den Weg beenden will, nachdem er nun wieder einen Job gefunden hat. Elektroingenieur ist er und war 12 Monate arbeitslos.

Sunday, October 16, 2005

28 Reisetag Fromista - El Burgo Ranera















(Das Dorf El Burgo Ranera, ein wirklich kleines Kaff mit einem gewissen Charme)

Fromisto - El Burgo Ranera

Wieder hat die Wetterprognose unrecht gehabt: Leichte Bewölkung statt Regen. Bin ich froh. Die morgentliche Standard Temperatur von 9 Grad hält die ersten zwei Stunden Fahrt an. Ganz langsam steigt sie dann bis 15 Grad. Die Landschaft: Wieder Ackerlandschaft. Zum Teil sind die Felder schon gepflûgt. Pappelnwälder und hie und da Gebüsch und Steinhaufen. Monoton wie gestern. In dieser Gegend gibt es Gebäude, die grösser sind als die Kirchen. Es sind Mühlen oder riesige Getreidesilos. Heute ist wieder Schweizertag: Eine ganze Sekklasse aus Bulle und mehrere Einzelpersonen.
Aufgrund der für morgen wieder schlecht gemeldeten Wettersituation. bin ich heute weiter gefahren als geplant. Sollte es regnen, werde ich morgen nur 40km bis Leon fahren müssen.

In Spanien - in den kleineren Dörfern/Städten sind die Kirchen generell geschlossen und nur zu bestimmten Zeiten offen. Dasselbe gilt für die Kloster- oder Kirchenmuseen. Deshalb "brenne" ich hie und da an. Schade.

Der Jakob, in franz. St. Jacques heisst ja in Spanien Santiago. Man findet ihn als Statuen in Kirchen, auf Plätzen, überall. Er hat aber auch einen anderen Namen: Matamoros, was Mauren-Töter heisst. Diesen Matamoros sieht man auch gelegentlich in Kirchen auf Bildern, als Relief oder als Statue: Auf dem Ross, mit der Lanze die um das Leben flehenden Mauren tötend. Dies zeigt, wie Religion und Politik auch in der Vergangenheit sehr eng verflochten waren.

Heute bin ich in einem kleinen Kaff aber das Hotel ist ok. Die Franzosen sollten unbedingt in Spanien die Hotels anschauen, in der Hoffnung, dass sie ihre Häuser auf denselben Stand bringen. Das Nachtessen in diesem mit Pilgern gefüllten Restaurant ist ausgezeichnet. Das erste Mal erhalte ich eine Suppe in Spanien (Potage Garbure), dann Schweinsfilet de la Plancha und Pommes. Zum Dessert Milchreis - was ich sonst verabscheue - heute liebe ich es.

Saturday, October 15, 2005

27.Reisetag Burgos - Fromista



Burgos - Fromista
Wieder Wetterglück. Der blaue Himmel mit einigen Wolken wird mich begleiten. Leider gesellt sich ein kostanter Westwind dazu. Ich verlasse Burgos und fahre heute ausschliesslich durch eine weite Kornkammer. Endlos, die Hügel erinnern mich an die - aus Minenerde durch Menschenhand geschaffenen - Berge um Johannesburg. Das öde Land muss für wandernde Pilger langweilig sein. Vorbei an vielen kleinen Dörfer, die alle eine schöne Kirche haben. Einige schaue ich mir an. Besonders gniesse ich heute die Strasse. Erstmals in Spanien macht Velofahren Spass - schmale Strassen, kein Verkehr.
Die 80 km sind - ausser dem Wind - ohne grosse Herausforderung und so erreiche ich um 16h Fromista, wo mich eine wunerschöne Kirche und ein neues Hotel erwarten. San Martin, gerade neben der rommanischen Kirche, die mich sehr an Nasbinals in Frankreich erinnert: Sehr schöne, dem Auge wohltuende Proportionen und sehr schöne Detailarbeiten.
Am Eingang zu diesem Dorf führt der Kastillien Kanal durch, der während 100 Jahren gebaut wurde, um ihn dann bis 1959 - während 100 Jahren - zu nutzen. Auf dem Bild eine dreifache Schleuse.
Zum Znacht gibt es heute ein Riespaillard mit Pommes und einen Schluck aus dem Rioja.

Friday, October 14, 2005

26. Reisetag Belogado - Burgos



Belogado - Burgos

Hoppla, anstelle des gestrigen und auch für heute gemeldete Regenwetter sehe ich beim Blick aus dem Fenster des schönen Hotelzimmers schnell vorbeiziehende Nebelschwaden und dazwischen blauer Himmel. Schnell duschen, anziehen, den Milchkaffee und den spanischen Riesengipfel essen und abfahren.
Das gute Wetter bleibt, die Kälte aber auch. Bereits kurz nach Mittag treffe ich in Burgos ein. Vorbei an riesigen Industrieparks fahre ich ins Stadtzentrum. Ich erkundige mich nach einem neueren Hotel und beziehe ein Zimmer im neuen Conde de Miranda.
Besichtigung der Kathedrale muss verschoben werden. Wird erst wieder um 16h geöffnet. Zeit für ein "Menu": Maccheroni, gebratene Lachstranche und Apfel im Schlafrock. Mein Körper reagiert spanisch und fordert die Siesta. Zur richtigen Zeit bin ich vor der Kathedrale. Welch ein Kunstwerk! 19 Kapellen und Kunstwerke in Qualität und Quantität, wie ich dies - glaube ich - noch nie gesehen habe.
Nachtessen - ein 300 gr Entrecôte - ist erst nach 21 Uhr möglich, da das Restaurant erst zu dieser Zeit öffnet. Ich lerne ein Schweizer Ehepaar kennen, das während 2 Wochen die Albuerge in Belorado "führen" wird.

Thursday, October 13, 2005

25. Reisetag Santo Domingo de la Calzada - Belogado


Santo Domingo de la Calzada - Belogado
"Bei diesem Wetter würde ich nicht einmal meinen Hund rausschicken" sagte der Deutsche heute Morgen. Der Coiffeur meinte, dass es seit Mai nicht mehr geregnet hat.
Während der ganzen Nacht hörte ich das Geplätscher des Wassers, das von den Dächern kommt. Am Morgen besuchte ich Die Kathdrale und den Kreuzgang. Wirklich sehenswert. Noch selten habe ich soviele Skulpturen, Gemälde und Kirchensilber gesehen. Kein Wunder hat es im Dorf zwei Paradores-Hotels. (Staatliche Erstklasshotels).
Anschliessend ging es dann wieder auf die "Rennbahn". 9 - 10 Grad, strömender Regen und Gegenwind. Dazu die vielen Camions, die an mir vorbeibrausten und mein Gleichgewicht forderten. Ich muss mir überlegen, ob ich nicht irgenwelche andere Wege finden kann.
Bereits kurz nach Mittag kam ich nach nur 23 km in Belogado (nicht zu verwechseln mit Belgrad) an. Auf dem Weg wünschte ich mir bereits ein Hotel, das etwas über dem bisherigen Standard liegt. Durchnässt, aber guten Mutes kam ich an und hielt beim ersten - gut aussehenden - Hotel an. Volltreffer! 3-4* Standard, ganz neu und 1* Preis. Zuerst ein warmes Bad, Heizung einschalten und geniessen.
Interessanten Dorf, sympatische Leute. Der Coiffeur war super. Mit einer Geschwindigkeit und Perfektion. Ich werde dien nächsten 5-6 Wochen nicht mehr zum Coiffeur gehen müssen. Nun hoffe ich, dass die Front bald vorbei sein wird, der Regen wieder aufhört und die Temperatur wieder ansteigen wird. Übrigens habe ich das Rioja verlassen und bin nun in Kastillen - Leon.

Wednesday, October 12, 2005

24. Reisetag Logroño - Santa Domingo de la Calzar

















(Pilgerherberge in Santa Domingo: Waschanlage im Freien und Schlafsaal)

Logroño - Santa Domingo de la Calzar
Bin ich süchtig? Diese Frage stellte ich mir heute, als ich feststellte, dass mir gestern etwas gefehlt hat - das Velofahren. Ich geniesse besonders das bergauffahren - natürlich nicht zu steil -, wenn man da im Rythmus ist ist es wirklich ein Genuss.
Heute hat die Kaltfront auch das Riojagebiet erfasst. Um 8h als ich aufstand, war es noch dunkel und neblig. Der Regen dauerte an bis 15 Uhr (als ich in Santa Domingo ankam, hörte es auf). Ich hatte heute die Gelegenheit, meine Regenausrüstung inkl. Regenhosen und Überschuhe zu testen. Test bestanden.
Ich entschied mich heute einmal mehr für die "Rennbahn", die National. Die Alternative wäre der Jakobsweg auf Naturstrasse gewesen.
Die Reise war trotz Schwerverkehr und Regen schön. Die gelben Blumen entlang der Strasse dufteten, Regen hin oder her.
In Najera frequentierte ich kurz eine Bar um drei Tapas zu mir zu nehmen und sah einige Störche. Einer der gerade im Anflug auf sein Nest war erinnerte mich an die Concord mit seiner Eleganz.
Bei der Einfahrt in Santa Domingo machte ich mir bereits Gedanken, wie ich wohl mein vor Dreck strotzendes Velo in die Hostela nehmen würde. Ein Arbeiter, der gerade mit einem Hochdruckreiniger arbeitete löste mein Problem. Gans stolz fuhr ich bei Sauwetter mit einem sauberen Stahlesel ein.
Bei der Besichtigung des Ortes stattete ich auch der Albergue einen Besuch ab (siehe Fotos). Ich bin froh, als "Luxus-Pilger" nicht in solchen Schlafsälen übernachten zu müssen.
Vom Rundgang zurück kam Hunger auf und ich genoss den gestern eingekauften Salami und den ebenfalls gestern erhaltenen Finca Valpiedra Reserva 1998. Resultat: Ich fiel in einen zweistündigen Tiefschlaf! Der Wein war wirklich gut. (Ich muss klarstellen, dass ich natürlich nicht die ganze Flasche auf einmal getrunken habe)

Tuesday, October 11, 2005

23. Reisetag Logroño

















(Carmen bei Martinez Bujanda und professioneller Degustationsraum)

Logroño - Oyen - Logroño
Ein weiterer Weintag steht bevor. Nach einem Luxus-Frühstück mit frischem Orangensaft, Milchkaffee (übrigens überall sehr gut) und klebrigem Riesencroissant, das man in Spanien mit Gabel und Messer isst fahre ich nach Oyen, wo ich um 11 Uhr inb der Bodega Valdemar (Martinez Bujanda) erwartet werde.
Dieses "bescheidene" Unternehmen, deren Weine ich zum Teil in Biel verkauft habe, ist ein Familienunternehmen in 5. Generation. 435 ha eines Weinbaugebiet (3 Mio Flaschen) und nochmals 5 Mio Flaschen als Handelsware! Die Besichtigung der "Fabrik" war sehr beeindruckend. 15'000 (!) Eichenfässer. Ich glaube nicht, dass ich auf Château Margaux soviele Fässer in einem Raum gesehen habe.
Die degustierten Weine haben alle sehr gefallen. Den Reserva Finca Valpiedra 2000 habe ich dann - zusammen mit Käse und Chorize - genüsslich getrunken. Aber.. nicht nur die Weine haben gefallen, auch Carmen (siehe Foto), die mich empfangen hat, gefiel.(Sorry Christine).
Auf dem Rückweg nach Logroño sah ich einen Pilger, der sehr schlecht drauf war. Er marschierte am Vortag 45 km und musste nun büssen. übrigens in der Albergue (Pilgerherberge) spielen sich Szenen ab... Als ich kürzlich meinen Text "eintöggelet", wurde ein Spanier am Fuss behandelt. Er hatte Blattern und ein Arzt betupfte die Stellen mit einer brennenden Flüssigkeit. Man hätte meinen können der Gute würde ein Kind bekommen.....
Nachmittags war dann lernen angesagt. Ich habe mir nämlich ein Spanischbuch zum Selbststudium und einen "Dix" gekauft, um meine Spanischkenntnisse zu verbessern.
Und abends, ja es hatte wieder eine ganze Strasse voll von Pinchas (Tapas) Bars. Ich konnte wieder einmal nicht wiederstehen. Es waren diesmal 5. Aber ich habe gelernt.... Bier bestellte ich dl-weise. Es gibt in Logroño Bars, die nur eine Spezialität anbieten und diese dann wirklich perfekt herstellen . Super. Es hatte viele Leute, da der folgende Tag ein kath. Feiertag ist.

Monday, October 10, 2005

22. Tag Estella - Logroño












(Pilger im Gelände)

Estella - Logroño
Endlich Regen - sagten die Einwohner von Estella, als ich in der Panateria meinen Kaffe trank. Ich kann nicht sagen, dass ich derselben Meinung war. Aber ich hatte Glück, der Regen dauerte nur noch kurze Zeit. Ich entschied mich für die "National", die verkehrsreiche Hauptstrasse. Als dann infolge Bauarbeiten die Ausweichspur, die ich normalerweise befahre, wegfiel und ein starker Seitenwind meine Fahrkunst echt forderte, entschied ich mich, die Strasse zu verlassen und eine Alternative zu suchen: Der Jakobsweg. Es ging 150m bergauf und der Weg war absolut nicht befahrbar. Im Dorf auf der Anhöhe war eine Pilgerherberge, wo ich - es hatte wieder angafangen zu regnen - unterstellte. Da war auch eine Walliserin, die in Bern lebt und die Hüttenwartin aus Romont. Auf dem weiteren Weg überholte ich dann nebst Kanadiern, Argentiniern, Brasilianern, Deutschen, Franzosen, Österreichern auch den pensionierten Willy aus Pfäffikon, die drei jungen St.Galler und den jungen Sarganser, der im Juli in Sargans abmarschiert ist. Also ein richtiger Schweizertag. Übrigens bin ich auf dem Jakobsweg geblieben bis Los Arcos (24 km). Übrigens bin ich mittlerweile im Riojagebiet eingefahren. Loroño ist die Hauptstadt.

Sunday, October 09, 2005

21. Reisetag Pamplona - Estella













(Mutige Japanerin in Eunate und Brücke von Puenta la Reina)

Pamplona - Estella
Der Tag fängt ja gut an: Von einem lokalen Radfahrer erhalte ich die Information, dass die "National"- Strasse über den Pass nun eine Autobahn sei und für Radfahrer nicht mehr befahrbar! Der nette Gümmeler nahm mich mit und so fuhren wir zusammen um den Berg herum (+12km). Unterwegs trafen wir auf eine Velofahrerin mit grossem Trekker-Rucksack aus Japan. Es fiel mir auf, dass sie Schwierigkeiten hat mit der Schaltung ihres Mountenbikes hatte. Wie ich erfuhr, kaufte sie, die noch nie eine Velotour gemacht hatte, sich in St. Jean ein Velo. Sie sprach nicht französisch und der Veräufer kein englisch. Das Resultat: Keine Ahnung wie mit einer Schaltung umzugehen ist! Sachen gibt es. So gab ich eine Kurzanleitung.
Das nächste Highlight: Als ich bei einer Tankstelle den Refendruck messen wollte, brach beim Ventil der oberere Teil ab, was den zweiten Schlauchwechsel dieser Reise zur folge hatte. Übung macht den Meister....
Die Gegend änderte sich nach Pamplona sehr schnell. Die Weite von Navarra empfing mich. Beeindruckend dieser Wechsel. Ebenfalls beeindruckend sind die Städtchen Puente de la Reina und Estella. Wunderbare Bauten (die bekannte Brücke von Puente la Reina und die vielen Kirchen)
Am Abend ass ich in einem Restaurant, wo es nur Pilger-Gäste (Tagesteller € 7.95 inkl ein Viertelliter Rotwein oder Wasser). Die Stimmung war vom Anfang an sehr belebt und steigerte sich. Um 21.45 h leerte sich das Lokal: Die Pilger mussten um 22.00 h in der Albuerge sein! Wie es mir gut geht, so ganz ohne Zwang und Polizeistunde.
(Photos folgen)

Saturday, October 08, 2005

20. Reisetag Pamplona
















(Kathedrale Santa Maria, Aufnahme aus dem Museum von Navarra, Hochzeitspaar nach der Trauung in der Kathedrale)

Pamplona
Tag der Ruhe und der Entdeckung. Erstaunlich wieviel alte Substanz in hervorragendem Zustand ist. Hier wurde/wird gebaut, investiert. Die Altstadt, die sehr bewohnerfreundlich ist lebt. Beim Gang durch die Gassen zwitschern auf den Balkonen die Kanarienvögel und ab 19h beleben sich die Plätze mit oft sehr gut gekleideten Menschen. Die Stadt ist eine Reise wert. Ich bin froh, hier einen ganzen Tag verbracht zu haben.

Friday, October 07, 2005

19. Reisetag St. Jean - Pamplona



St. Jean Pied de Porc - Pamplona

Entgegen meiner liebgewordenen Gewohnheit stand ich bereits um 7h auf: Probleme mit meinenn Scheibenbremsen¡ Um mit einem sauberen Velo in Spanien einzufahren, war ich gestern noch beim Velomech. Da ist vermutlich Oel auf die Bremsbeläge getropft. Nach telefonischer Rücksprache mit dem Velomech in der Schweiz frühstückte ich beruhigt: Das Problem würde sich mit vielem bremsen - und das war heute angesagt - von selbst lösen.
Abfahrt um 9.15h bei 9Grad und Nebel der just auf Dorfhöhe aufhörte und darüber blauem Himmel. Der Aufstieg von 900 m war auf 22km verteilt. Es lief mir gut, sobald ich den Rythmus gefunden hatte. Unterwegs traf ich auf eine junge Frau, die neben ihrem Fahrrad ging. "Tinne" 22 Jahre aus Belgien, gleich gross wie ich aber Grüsse XL litt unter dem Luftverlust am hinteren Reifen. Was tun? Schlauchwechsel. Ich bin froh, mein - beim Velomech in Gümligen angeeignetes Wissen - nun in die Tat umsetzen zu können. Ging super.
Die Passhöhe des Ibañeta Passes erreichte ich mit viel böhigem Gegenwind. Umso mehr genoss ich den Ausblick. Einen winstillen Ort für die Zwischenverpflegung gab es nicht. Der Wind sollte mich den ganzen Tag über begleiten, aber wie gesagt es ging gut. Dem Ibañeta Pass folgten der Mezequiriz- und der Erropass. Dann ging es entgültig abwärts und die Bremsen bremsten immer besser. Die Sehenswürdigkeiten in Roncevalle waren den Halt absolut wert und um 17h fuhr ich in Pamplona ein. Stinkiger Verkehr begleitete meine Einfahrt. Das Stadtzentrum begeisterte mich vom ersten Moment an. Diese Grosszügigkeit dieser Plätze, der grosszügigen Parkanlagen, dieses Leben. Als ich um 20.30h das Hotel verliess um ein Restaurant zu suchen hatte ich den Eindruck, die ganze Stadt sei auf der Strasse. Ein Restaurant fand ich nicht, da ich an vier der vielen Tapasbars hängen blieb und die enorme Vielfalt der Tapas genoss.

Rückblickend auf meine schönen Tage in Frankreich kann ich sagen, dass es ein Land für Velofahrer ist: Viele schöne Strässchen, die wenig befahren sind, eine wunderschöne Landschaft und nette Leute.

Thursday, October 06, 2005

18.Reisetag Navarrenx - St. Jean Pied de Porc


(St. Jean Pied de Porc - Donibane Garazi in baskisch, Fensterladen in der Altstadt)


Navarrenx - St. Jean Pied de Porc (Donibane Garazi)
Die heutige Fahrt nach St.Jean führte - von der Sonne begleitet - durch das schöne Baskenland. Viel Vieh auf den Weiden, viele Enten und Gänse in den Gehegen säumten meinen Weg. Bereits um 14h kam ich in diesem schmucken Tourismusort an.
Nachdem ich das sympatische Hotel Ramunch bezogen hatte, folgte der Besuch bei der Kooperation der baskischen Weine (Vins AOC Irouleghy) Alles sehr schöne reine und elegante Weine. Traubensorten analog Madiran.
Ich bin gespannt auf den morgigen Tag.....und etwas nervös - die strengste Etappe über die Pyrenäen steht bevor.

Wednesday, October 05, 2005

17. Reisetag Pau - Navarrenx
















(Gänse am Wegrand, Markstein in Navarrenx)

Pau - Navarrenx
Ich verliess Pau, diese lebendige Stadt mit den vielen jungen Menschen, den vielen schönen Geschäften und Restaurants. Es folgte Morrenx, die Industriestadt, wo der Weg abzweigte und in hügeliges Gebiet führte. Meine bisher kürzeste Etappe endete in Navarrenx, einer befestigten kleinen Stadt mit 1'100 Einwohnern.
Das einzige Hotel am Platz war ausgebucht. Nächstes Hotel 35 km entfernt. Einzige Alternative: Ein Bett im Pilger-Gite. Statt Bett mit Leintüchern und Wolldecke fand ich eine Matratz mit Papier (wie beim Arzt) und einer sehr einfachen Wolldecke vor. Kurz entschlossen fragte ich im Hotel, ob ich Bettzeugs mieten könnte, was bejaht wurde!
Obwohl ein kleines Städtchen gab es verschiedene Sehenswürdigkeiten. Um 18h lud die Kirchgemeinde zum täglichen Pilgergebet in die Kirche. Nach dem Gebet gab es Infos über die Stadt und einen Apero. Wir waren zu 12.

Tuesday, October 04, 2005

16. Reisetag: Riscle - Pau


4 Alte, sommerlich in Pau
und Domaine Brumont














Riscle - Pau
Vorweg: Pau liegt nicht am Jakobsweg, aber da ich das Verbindungskabel Foto-PC verloren hatte, sah ich mich gezwungen, diesen Umweg zu machen. Nun aber zum heutigen Tag:
Um 09.30 Uhr fuhr ich von der Chaumière de Bidouze nach Montbusson, wo ich die Domaine von André Brumont besuchte. Auf dem Weg sichtete ich am Horizont die Pyrenäen: Schneebedeckt - aber sooo schön.
Perfekte Begrüssung durch zwei hübsche Damen bei Brumont. durfte 11 tolle Weine degustieren. (Brumont wurde richtig bekannt durch den Kauf von Chateau Montus)
Auf der Weiterfahrt flatterte es plötzlich neben mir im Gebüsch und ein Fasan stieg in Panik auf, streifte mich am Kopf und flog kreischend Weg. Hügel auf Hügel ab - man merkt, dass es hier nie schneit, 15% Steigung waren angegeben - bald hatte es keine Rebberge mehr. Das Madiran lag hinter mir und vor mir endlose Maisfelder. Das Terrain stieg leicht an in Richtung Pau. Wie bereits versprochen, änderte ich meine Ernährung. Knäckebrot war angesagt und Multivitaminsaft. Picnique bei grösstenteils sonnigem Wetter aber einer Saubise.
Kurz vor Pau - in Morlaas - kreuzte ich den Pilgerweg St. Jacques, Chemin d"Arles.
Nach dem Hotelbezug, Kabelkaufen und Apéro auf einer Terrasse am Boulevard des Pyrenèes. Unmgeben von Palmen, ich konnte es kaum fassen. Sonnenschein, richtig warm, wie im Sommer.
So, ab morgen werde ich mich in 2 - 3 Etappen an die Pyrenäen herantasten. Macht mir schon etwas ein mulmiges Gefühl. Aber wie sagte Ferdi vor 3 Tagen: Es ist schön, beim Aufstieg zu wissen, dass es darnach eine Abfahrt gibt.

Monday, October 03, 2005

15. Reisetag












(M.Laplace, Chateau Aydie)

Weinproben im Madiran
Der Zmorge war um 08 Uhr angesagt aber ich erwachte erst um 08.20 Uhr.
Um 11 Uhr war mein erster Termin auf Chateau Aydie. Monsieur Laplace senior empfing mich sehr freundlich und nahm sich zwei Stunden um mich durch die feinen Produkte zu führen. Es würde zu weit gehen, hier Details zu berichten. Hauptsorte Tannat, eine Traube, die früher aufgrund seiner Kraft und Farbe eher für den Verschnitt gebraucht wurde. Also sehr kräftig Rote, die prima zur ebenso schweren regionalen Küche passen.
Am Nachmittag besuchte ich dann die Cooperationskellereien Mont Plaisance: Hier werden Trauben von 7000 ha zu 36 Mio Flaschen verarbeitet. Da ist momentan was los. Wie auf dem Bahnhof - alle paar Minuten fährt ein Traktor mit normiertem grossen Anhänger ein - lädt ab und fährt mit leerem Angänger wieder ab Auch hier schöne Produkte, wenn auch nicht diese Finesse.
Auch sonst ist Erntezeit. Rund ums Hotel, das im Juhu liegt wurde gestern der Mais mit grossen Erntemaschinen eingebracht. Gearbeitet wurde bis 23.30 Uhr und morgens ging es um 06.30 Uhr wieder los. Wieso ich es weiss: ich hab's gehört!
Infolge Ruhetag war das Nachtessen auf ein feines fischli mit Eierschwämmli und einem Halbeli Weisswein (Traubensorte Colombard) beschränkt. Habe heute von meiner Lieben vernommen, dass ich mich falsch ernähre. Das zird sich ändern - versprochen.
übrigens das Wetter war ok: am morgen blauer Himmel bei a-kalten 6°C, im Laufe des Tages um die 20°C

Sunday, October 02, 2005

14. Reisetag: Condom - Riscle















(Champions der letzten 50 Jahre in Nogaro, Dinner for one in Riscle)

Condom - Riscle
Dieser Sonntag begrüsste mich bereits um 9 Uhr mit blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein.
Am Strassenmarkt in Condom deckte ich mich mit Esszawaren für das Picnique ein. Heute war ich das erste Mal nicht besonders motiviert zum Radeln - wie Ferdi sagen würde. Ich spürte meine Beine. Die beiden Wochen Velo Fahren gingen nicht spurlos an mir vorbei.
Immer dichter wurden die Wolken und der Wind blies immer stärker, was meine Stimmung auch nicht verbesserte. Bereits vor Nogaro kamen mir Porsche 911 entgegen: Rennen auf der Rennbahn von Nogaro. Ich entschied mich für eine Cola in der Bar an der Kreuzung. Da ich der Einzige mit einer Bestellung ohne Alkohol war, musste ich wiederholen. Und schon wurde ich "angezündet" à Paris en Velo....
Erst jetz bemerkte ich, dass nicht weit entfernt die Stierkampfarena stand und das Volk strömte. 50. Championat de France des écarteurs. Ich versuchte sofort ein Billet zu kaufen: aber ausverkauft. Es reichte noch für ein Billet "Grand Ecran" im grossen Saal. Was ich zu sehen bekam hat mit Stierkampf gar nichts zu tun. Die Akteure waren Akrobaten, die den entgegenkommenden Stier entweder aus dem Stand heraus übersprangen oder ihm mit eleganten Bewegungen auswichen. Ich konnte mich begeistern.
Die dunklen Wolken wurden immer dichter und ich entschied mich noch vor dem Ende für die Weiterfahrt. Vom Jakobsweg wich ich jetzt ab und fuhr nach Riscle im Madiran. Zweimal Glück: das empfohlene Hotel war zu, aber die Hotelière kam gerade aus dem Haus und half mir, ein anderes Hotel zu finden und dies kurz bevor der Regen einsetzte.
In diesem Hotel - 2 km ausserhalb des Kaffs - war das Restaurant auch zu. Zusammen mit der Hotelière - in Frankreich gibt es glaube ich keine Hoteliers - stellte ich in der Küche ein Menu zusammen: schon wieder Foie gras mit einem Schluck Süssen Weissen, Tomaten- und Kopfsalat, Paté und Rohschinken - leider etwas zu dick geschnitten - und zum Dessert Schoggimousse und Chasselas Trauben aus Moissac. Dazu eine halbe Flasche Madiran. Da ich ganz alleine im Haus war, genoss ich das ganze vor dem TV: Claudio Abado dirigierte im KKL Mahlers 4. Das nenne ich Genuss. Gute Nacht!
Leider habe ich das Kabel Foto-PC irgendwo liegengelassen, deshalb keine Fotos. Sorry!

Die Frage von Ueli, wie es meinem "Füdli" geht, beantworte ich gerne: ohne Salben geht es sehr gut. Überhaupt, ich fühle mich sehr gut. Nie irgendwelche Rückenbeschwerden, die ich vor der Reise chronisch hatte. Habe mir in Yenne eine Crème gegen Muskelschmerzen gekauft und reibe mir die Beine täglich ein - immer nach dem Bier trinken - dies ist ein Ritual geworden. Märssi all den Comments, die ich immer mit grosser Freude lese, E-mails beantworte ich generell nicht.

Saturday, October 01, 2005

13. Reisetag: Moissac - Condom
















(Hotel in Condom und Ferdi und ich beim Picnique)

Moissac - Condom
Der Tag begann mit milden 17 Grad und bedecktem Himmel. Vor der Abfahrt besichtigte ich den Canal du Midi, der durch Moissac führt und den ich eine Stunde später überqueren würde.
Unterwegs beim Einkauf für das Picnic traf ich auf Ferdi, einen 27-jährigen Deutschen. Wir beschlossen einige Kilometer zusammen zu fahren und gemeinsam zu essen. Ferdi, ein interessanter frisch diplomierter Ingenieur, reist von München nach Santiago und hat sogar sein Zelt auf einem älteren Fahrrad, das bereits zum 3. Mal den Jakobsweg macht!
Nach dem Essen fährt jeder wieder seinen Weg: Ferdi auf dem Pfad und ich auf der Strasse. Der Wind wurde immer stärker und die Hügel immer zahlreicher und steiler, so war ich froh, um 17.00 Uhr eindlich in Condom anzukommen.