37. Reisetag Mein letzter Tag in Santiago


(Wiedersehen in Santiago mit Regina (lebt mit Kurt in Norwegen, nördlich des Polarkreises), René (aus Dänemark) und Kurt vor dem Hotel Entrecercas. Bauersfrauen am Markt in Santiago)
Mein letzter Tag in Santiago
Nach dem gemeinsamen Frühstück mit René im Hotel besuchen wir das Pilgermuseum, das in eindrücklicher Art und Weise die Geschichte des Jakobsweges aufzeigt. Absolut sehenswert. Anschliessend trennen wir uns. Ich kaufe noch einige Souvenirs für meine Liebsten und besuche - wie sich das für einen Beizer gehört - die Markthallen von Santiago. Am Mittag zieht es mich dann nochmals in die Kathedrale. Als ich um 12.30 Uhr dort eintreffe bin ich erstaunt, dass diese - nicht wie in den beiden Vortagen - "nur" zu 3/4 besetzt ist. Keine Weihrauch-"Show", keine Obladen. Heute ist alles anders. Als ich Ausschau nach René halte, finde ich ihn - neben dem Norweger-Ehepaar. Die Sage, dass man sich auf dem Pilgerweg wiedersieht, ist Wirklichkeit! Erfreut geniessen wir eine Flasche Gava. Es folgt ein gemeinsames Abschlussessen im Restaurant San Clemente, wo wir die einzigen Ausländer sind. Wiederum ist der Fisch lecker und der der Albarino Klasse. Wir verabschieden uns um 16 Uhr vor dem Hotel (siehe Foto) und hoffen, einander irgendwann wieder zu sehen.
Ich ziehe meine Regenkleider über, bepacke mein Stahlross und fahre die 12 km zum Flugplatz, um die Modalitäten bezüglich Aufgabe meines Velos zu klären. Da ich die notwendigen Imbusschlüssel (Allenkeys) zur allfälligen Demontage von Rädern, Pedalen, Sattel bei mir zu haben glaube, sollte dies eine reine Formsache werden. Ja häsch gmeint! Damit mein Velo in den 5 Euro Carton passt, muss ich nebst Vorderrad auch die Pedalen demontieren. Da ich - um Platz zu sparen - den Worten meines Velomechs Glauben geschenkt habe, dass mit der Schlüsselgrösse 1-5 sämtliche Schrauben zu öffnen sind, hatte ich Nr.6 zuhause gelassen. Genau diesen Schlüssel hätte es jedoch gebraucht, um die Pedalen zu entfernen. Grosszügigerweise hat Iberia auf dem Flugplatz eine Veloecke eingerichtet inkl. Werkzeug. Alles vorhanden ausser Schlüssel Nr. 6! Die Spanier sind freundliche Leute: der Herr von der Security holt bei den Maintenance-Leuten einen Schlüssel Nr. 6. Würg, würg..... hilft nichts. Auch mit Unterstützung des netten Herrn nicht. Mein Hemd ist mittlerweile so nass als wäre ich im Regen gestanden.
Nun im Regen stehe ich ja, mit meinem Velo, dessen Pedalen einfach nicht weg wollen! Nach einer weiteren Viertelstunde des Würgens und des zweimaligen Händewaschens (was wird Christine zu meinen Kleidern sagen?) kommt der nette Herr wieder vorbei und meint dass ich das Velo mit den Pedalen doch einfach in die Box würgen solle. Gesagt getan: Nach Demontage von beiden Rädern, Sattel und Schutzblech ist das Velo in diesem mittlerweile recht unförmigen Carton und bereit zum Check-in.
Zu Fuss gehe ich zum einen Kilometer entfernten Hotel, wo ich - endlich, nach langen Tagen des Fragens in vielen Restaurants - eine Gemüsesuppe und in der Folge eine Portion Spargeln (Grösse Cojonudos) mit einem letzten Glas Albarino geniesse und früh zu Bett gehe.

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