29. Reisetag El Burgo Ranera - Leon

(Eine kurze, schnelle Fahrt durch "Grau in Grau")
El Burgo Ranera - Leon
Endlich hat die Wetterprognose recht: es regnet. Habe ich also gestern richtig gehandelt, als ich möglichst in die Nähe von Leon gefahren bin.
eine kurze Fahrt von 44 km und schon bin ich in dieser 150'000 Seelenstadt. Sie wurde mir als sehr schön geschildert und sind meine Erwartungen etwas zu hoch positioniert. Zwar hat es wieder sehr viel Schönes anzuschauen. aber die Stadt gefällt mir bei weitem nicht so gut wie Burgos.
Beim Nachtessen in der Cafeteria Victoria bereite ich mich auf den Besuch beim Weinproduzenten im Bierzo vor: Ich trinke zu den Spaghettis (endlich) zwei Glas Tilenius Robles. Ein ausgezeichneter Wein zu einem sehr guten Preis. Neben mir sitzt Jean-Marie aus Charmey, ein Pensionierter, der den Weg seit Le Puy (2 Monate bis jetzt) macht. Am anderen Tisch sitzt ein 35-jähriger Deutscher mit einigen Spaniern. Er hat alles aufgegeben in Deutschland. Sein Steinmetz-und Bildhaueratelier, seine Wohnung und seine Freundin. Zuerst wanderte er vom Bodensee ins Tessin und als es kälter wurde, entschied er sich für den Jakobsweg. Er will nicht mehr in die Stadt in Nordrhein-Westfalen zurückkehren. In Gesprächen erfahre ich die unterschiedlichsten Lebensgeschichten. Da war Mary aus Ottawa, die mit ihrem Cousin Ken den Weg jetzt beenden will, nachdem sie im Frühling begonnen hat, als ihr Mann - ein Professor und Bergsteiger - den Everest besteigen wollte. Als dieser tödlich verunfallte, musste sie den Weg unterbrechen oder Werner aus Brugg, der den Weg beenden will, nachdem er nun wieder einen Job gefunden hat. Elektroingenieur ist er und war 12 Monate arbeitslos.

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