32. Reisetag Ponferrada - O Cebreiro

(Herbststimmung in einem Pappelwald)
Ponferrada - O Cebreiro
die ganze Nacht hindurch hat es geregnet - und wie. Am Morgen um 8 Uhr hört es auf! Das muss ein gutes Zeichen sein....Ich leide unter dem vielen Wein des Vorabends: Die Muskeln schmerzen.
Die Besichtigung der Bodega Estefania mit Jose Luis ist auf 9 Uhr angesagt. Beeindruckend, was man mit Geld machen kann. Die Besitzerfamilie ist eigentlich im Milchgeschäft tätig. Zusammen mit einem talentierten Winemaker aus dem Bierzo haben sie Rebberge gekauft und die alte Milchprodukte-Fabrik abgerissen um diese prachtvole Bodega zu bauen. Alle degustierten Weine sind hervorragend und zu empfehlen (Bezug Martel in St. Gallen).
Kurz nach Mittag fahre ich ab, mit dem Ziel Villafranca del Bierzo - ein sehenswertes Städtchen. Wieder einmal komme ich zur falschen Zeit an: 14.00 Uhr und die Kirchen, Museen und Infobüros haben geschlossen. Was tun? Das Wetter ist besser als erwartet. Ich fahre weiter, bis zum nächsten Ort mit einem Hotel. Dort entscheide ich mich für's Weiterfahren. So geht es weiter, bis ich das letzte Hotel vor der Passhöhe hinter mir habe. Noch 15 km und es beginnt zu regnen. Es wird immer steiler und regnet immer stärker. Dazu noch etwas Wind und das Ambiente ist perfekt. Jä nu, das muss man ja auch einmal erleben, aber weshalb gerade am steilen Cebreiro Pass, der mich von Castillo-Leon nach Galizien führt? Die Steigung auf den letzten 5 km bleibt bei 6 - 10%. Ich leide. 2 der 5 km schiebe ich. Der Nebel wird immer dichter und - ausser der Strasse auf schätzungsweise 20 m Länge - ist nichts zu sehen. Endlich, um 17 Uhr erreiche ich die Passhöhe. Dem Wegweiser folgend gelange ich an einem Bus mit deutschen Touristen vorbei zu einigen Steinhäusern. Musik aus einem Lautsprecher vor einem Souvenirladen. Ein Haus ist mit einem H bezeichnet. Bis auf den letzten Faden durchnässt trete ich ein und bekomme ein Zimmer. Entgegen meiner Gewohnheit frage ich nicht, ob ich es anschauen könnte. Wieso auch, bin ich doch froh, ein Dach über dem Kopf zu haben. Ein Zimmer? So stelle ich mir eine Mönchszelle vor. Bett, Stuhl, kleiner Tisch. Das Fenster ist ein besseres Guckloch, hinter einer Meter dicken Steinmauer. Aber eben - froh bin ich, eine Dusche nehmen zu können und mich aufzuwärmen.
Nach dem Nachtessen (Spiegeleier und Salat, aber viel Flüssiges), vertrete ich mir die nun trockenen Füsse. Einige Steinhäuser im Nebel und eine Kirche. Um 20 Uhr beginnt die Messe. In der Beiz diskutiere ich mit einem Dänen, einem Ehepaar aus Norwegen, einem Italiener und einer Frau aus Kalifornien bis es Zeit ist, ins Bett zu gehen.

0 Comments:
Post a Comment
<< Home