Jakobsweg

Friday, September 30, 2005

12. Reisetag Cahors - Moissac

Cahors - Moissac
Petrus meinte es gut mit mir: gestern Abend, kaum verliess ich das Hotel um ein Restaurant zu suchen, fing es an zu regnen. Zuerst ein wenig, dann aber so heftig, dass ich die Suche aufgab und ich mir in einer Brasserie zwei Bier und Moules & Frites gönnte. Eigentlich nicht die typische Kueche der Gegend. Aber ebä!
Heute Morgen waren die Strassen bereits trocken, als ich um 11 Uhr die Stadt verliess. Ich begegnete kaum Autos auf meiner Fahrt durch das Quercy blanc, das aufgrund des hellen Kalksteins so heisst. Anders als gestern empfand ich die Luft kühl. Sebst nachdem sich der Nebel gelichtet hatte, blieb es bis in den Nachmittag bei 15 ° C.
Herbstliche Düfte frisch gepflügter Erde kam mir entgegen. Es roch nach Moos, nach Laub -
anstelle der Kastanien- und Nussbäume waren es heute die Eichenwälder der Gascogne, die ich durchfuhr.
Die Sonne lachte den ganzen Tag nachem sie den Nebel "verbrannt" hatte. Mittagessen in einem schmucken Dörfchen in der Gartenwirtschaft am Dorfplatz.
Um 15.30 Uhr erreichte ich Moissac, die Stadt des Tafel-Chasselas. Was überraschte: nirgens duchfuhr ich eine Gegend mit Rebbergen. Vermutlich morgen.........

Thursday, September 29, 2005

11.Reisetag





Cajarc - Cahors
Der Nebel lichtete sich bereits um zehn Uhr und die Sonne zeigte sich. Anders als dem eigentlichen Jakobsweg zu folgen, entschied ich mich, weiter dem Lot nachzufahren, was sich durchaus bezahlt machte: schoene Doerfer, beindruckende Ausblicke auf Fluss und Landschaften des Quercy - so heisst diese Gegend - und schöne Momente, sei es als ich einem Motorboot zuschaute, wie die Schleuse geflutet wurde oder dem Gespraech mit dem 80-jaehrigen(Foto). Vor dem Eingang stand ein Piece (Weinfass); als ich drauf klopfte meinte er; die Wuemmet werde morgen beginnen, heute sei noch wasser drin. Auf dem offenen feuer kochte etwas im kupferkessel: Kartoffeln fuer die Huehner. Wir standen unter einem Kaki-Baum, dessen Fruechte anfangs Dezember reif sein werden.
Es herbstelt auch hier: die offenen, grossen Maisgitter fuellen sich, in einem Dorf war gerade eine Tabakscheune offen und es roch wunderbar nach Tabak.
Bereits um 13.30 Uhr erreichte ich Cahors - eine Stadt, deren Name schon immer etas magisch auf mich wirkte, unnoetig zu sagen, dass sie mittelalterlich schoen ist.
Nachdem ich heute die ersten telefonischen Kontakte mit Weinproduzenten im Madiran hatte, werde ich die naechsten Tage planen muessen.

Wednesday, September 28, 2005

10. Reisetag



Vieillevie - Cajarc
Le Chateau de Salvagnac-Cajarc (aus dem Internet) und weiteres Landschaft-sbild von HR)


Vorweg: am Abend dieses Tages mit einer über 90 Km-Strecke bin ich hundemüde und froh, endlich ein Bett gefunden zu haben, was in dieser Gegend nicht einfach war!
Herbstlich - wie manchmal in den Schweizerbergen - beginnt der Tag: es regnet aus dem Nebel. Auf dem Programm steht der Besuch der mittelalterlichen Stadt Conque und ihrem Tresor (Schatz). Wirklich beeindurckend und sehr empfehlenswert. Ein wichtiger Ort auf dem Jakobsweg.
Die Fahrt dem Lot entlang und später durch sehr hügeliges Gebiet ist geprägt von Kastanienwäldern und sehr vielen Nussbäumen. Entsprechend musst ich beim Fahren aufpassen und immer wieder ausweichen.
Seit Le Puy hat sich der Dialekt täglich verändert. Heute Abend kann ich sagen, dass ich tief im Südwesten Frankreichs bin.
Zum Z'Nacht hatte ich die Wahl: Foie gras oder warmer Cabécon (Schafskäse) mit Honig auf Salat. Ich entschied mich für den Cabécon - es war lecker!

Tuesday, September 27, 2005

9. Tag




heute war sonntag fuer mich!
nur 300 m hoehe - wie ueblich nach dem zmorge - dann ging es 1'000m bergab. nach 11 km leistete ich mir die erste pause: le calament sauvage - dit le the d'aubrac - vermutlich wilde minze.
im tal angekommen, folgte ich 45 km dem fluss lot. welch unbekannte, idyllische landschaft!
sight seeing war angesagt: espalion, estaing und entraygues. ueberal herausgeputzte doerfer mit schloessern, alten bruecken ueber den lot und schoenen steinhaeusern.
der heutige tag entlockte mir manchen freudesjuchzer! alles ist so schoen.
ich uebernachte in viellevie, im hotel terrasse www:hotel-terrasse.com. die vegetation ist hier noch ueppig: hibiscus bluehen noch und es hat palmen und bananenstauden im garten.
mein menu: frische steinpilze mit knoblauch, forelle, kaese und heidelbeeren mit sorbet. dazu eine halbe flasche marcillac 2003: wie gott in frankreich.....

Monday, September 26, 2005

8. Tag




Saugues - Nasbinals (Bilder: Hochebene, der Jakobsweg und die Kirche in Nasbinals)

Die längste Etappe mit 95Km! Zu meinem Erstaunen galt es heute nochmals über 1000 Höhenmeter zu überwinden. Zwei Pässe - wenn auch kleine - standen auf dem Programm. Les Monts de Margeride heisst diese Hochebene zwischen 1000m und 1350m.
Nachdem es gestern noch Felder mit Herbstzeitlosen waren, erfreuten mich heute mein Herz die immer schöner werdenden Steinhäuser und die endlose Landschaft. Eigenartig muteten Wegweiser für Langlaufzentren an.
Obwohl ich mit Nieselregen bei 11 Grad startete, verbesserte sich das Wetter zusehends und die Höchsttemperatur lag während kurzer Zeit bei 22 Grad.
Nach Kafi-Williams spüre ich eine wohltuende Müdigkeit.

Sunday, September 25, 2005

7. Tag, Sonntag


Le Puy-en-Veley: Kathedrale und die berühmte Vierge "Noire" sowie der Saint Jacques de Compostelle (Bilder aus dem Internet Le Puy)




Le Puy - Saugues
Um 07.00 Uhr nehme ich in der Kathedrale am Gottesdienst teil. Die ca. 40 Pilger erhalten den Segen unter dem geschnitzten St. Jacques.
Nach dem Frühstück schaue ich mir die schöne mittelalterliche Altstadt und das Kloster von Le Puy an.
Um 11.00 Uhr verlasse ich die Stadt. Wieder erwarten mich auf knapp 50Km 1000 Höhenmeter. Obwohl ich während dem letzten Aufstieg von einem heftigen Platzregen überrascht wurde, hatte ich Glück! Wie ich von Pilgern beim Nachtessen erfuhr, ging ein heftiges Hagelwetter über die Gegend nieder.
So viele Pilger wie heute sah ich bisher nie. In Saugnes hatte ich mit einem jungen Pärchen und mit vier Deutschen und zwei Genfer gute Gespräche.
Valey - Gegend mit Vulkangebrige - liegt hinter mir und somit wird das Terrain etwas weniger hügelig. Körperlich, geistig und seelisch geht es mir nach sieben Tagen ausgezeichnet.
Übrigens: ich fahre nicht auf dem Jakobsweg, der ein Naturweg ist, sondern auf Haupt- und Nebenstrassen, die entlang dem Jakobsweg führen.

Saturday, September 24, 2005

24. September 2005


Saint Saveur en Rue - Le Puy en Velay
Heute habe ich trotz Wecker verschlafen. Wahrscheinlich einfach weil Samstag ist. Statt Tagwache um 07.30 Uhr, stand ich erst um 07.45 Uhr auf (!) Ich hatte vielleicht ein schlechtes Gewissen. Der Hoteliere hatte ich gestern doch gesagt, ich werde um 07.45 Uhr zum Frühstück kommen. Tatsächlich war der Toast kalt...Nach dem Frühstück gings lost. die ersten 300 Höhenmeter bis zur Passhöhe. Schwitz schwitz und das mit vollem Bauch. Temperatur bereits über 20 Grad.
Die cheibe Hügel wollten nicht aufhören. Nach jedem Hügel gabs zur Belohnung eine Abfahrt usw. In Puy warens dann 1100 Höhenmeter. Meine Beine fühlten sich aber auch so an. Die Gegend wieder anders, mehr Kiefern, Holzverarbeitung, eher ärmliche Dörfer. Das war der Start im Massive central.
Heute abend habe ich sogar ein Internet Cafe gefunden mit deutschem Klavier (ohne franz. Zeichen) und somit kann ich euch die ersten Bilder von meiner Ferienreise schicken.
Mir geht es sau gut. Die Stimmung ist bei diesem Wetter gar nicht anders möglich als super. Temperaturen heute über 25 Grad. Mein Kopf fühlt sich an wie eine Glühlampe, trotz zweimaligem Einreiben der Sonnencreme.
Es ist 20 Uhr und ich muss dringend eine Tschinggebeiz finden, damit ich meinen Kohlehydrat-Pegel wieder steigern kann. Übrigens: Letzte Nacht verwachte ich um 04.00 mit einem grossen Hüngerchen (gäll Steiner). Da sonst nichts da war verdrückte ich einige Aprikosen.
All denjenigen, die gerne viel essen, kann ich so eine Velotour besten empfehlen. Da kann man gar nicht genug hindere schletze.

Friday, September 23, 2005

23. September 2005 5. Tag



La Cote Saint Andre - Saint Saveur en Rue

Phantastisches Spätsommerwetter mit Temperaturen bis 25 Grad und beeindruckende Landschaftsbilder prägen den heutigen Tag. Bisher der Schönste! Der erste Teil der Reise (bis zum Mittag) führte mich entlang von Feldern mit Sonnenblumen, Mais und "sorgeau" !?? (fand nicht raus was das ist). Gelegentlich Apfelkulturen und Tomaten-Reibhäuser. Der Sohn des Schlossherrn, in meinem Alter, empfing mich beim Besuch auf Château du Bresson. Seit 500 Jahren ist seine Familie im Besitz dieses Schlosses. Noch älter sind die Mauern, deren Bauart als "pisée" bezeichnet wird (abwechslungsweise Steine und Ziegel). Diese Bauweise begeleitet mich an Scheunen, Wohnhäusern und Kirchen bis zur Rhone.
Die 250m zum Fluss ist eine angenehme Abfahrt - die Steigung auf der anderen Seite am Nachmittag beträgt über 500m und ist entsprechend weniger angenehm!!
Man möge mir mein "Mittagessen" bei McD entschuldigen. Der Energiewert von Salat & Big Mac mit Cola war trotz allen Unkenrufen beachtlich!
10Km südlich von Condrieu (bester Viognier weltweit) überquerte ich die Rhone und "kletterte" in Richtung Nationalpark "Le Picar". Das Landschaftsbild ändert sich schlagartig: Kernobst, Steinobst und Mischwälter, wo Eichen, Eschen und Edelkastanien das Bild prägen. Apfelkulturen soweit das Auge reicht. Kein Wunder, dass das Pedalen leichter ging!
Die Übernachtung mit regionalem Nachtessen und einer halben Flasche Roten krönen den heutigen 5. Tag.

PS. Da ich zum Teil keinen Zugang zum Internet habe tippt meine geliebte Christine die gefaxten Texte ins Netz.

Thursday, September 22, 2005

22. September 2005


Yenne - La Côte Saint André

Wiederum geht es entlang der herbstlichen Rhone, die dampft. In Mur, einem 200 Seelendorf, fallen die Treppengiebel auf (siehe Foto), die nur in diesem Ort vorkommen.
Die Vegetation gegenüber dem Vortag hat geändert: mehr Maisfelder, weniger Wälder. Die Pappeln verlieren bereits ihre Blätter.
Mein Picnic heute, das ich am Ufer eines kleinen Sees einnehme, besteht aus Baguette, Früchte und Wasser.
In "Le Grand Temps" begrüsst mich ein Dorfplatz mit Platanen, wie in der Provence! Ich kann den Bistros nicht wiederstehen...... Sommerliche 24 Grad lese ich von meinem "Boardcomputer" ab.
In La Côte Saint André, meinem Etappenziel, gibt es nur das Hotel de France. Also beziehe ich mein Zimmer und mache mich auf, diesen schönen und interessanten Geburtsort von Berlioz, dem Komponisten und Schriftsteller, zu besichtigen. Das Berlioz-Museum ist ein Must!

Wednesday, September 21, 2005

21. september 2005


Col de sion - frangy - seyssel - yenne

sorry; dass ich alles klein schreibe; aber das klavier hier in france ist voellig anders!
nach nebel und tiefen temperaturen auf dem col de sion durfte ich bei meiner fahrt durch savoyen einen praechtigen tag erleben.
in frangy degustierte ich drei lokale weine (11 uhr) die recht gut waren. leider waren sie bei den folgenden aufstiegen schneller in den beinen als im magen;-)
in seyssel, einer durch den stillen strom rhone geteilten kleinstadt konnte ich einem pizza take away nicht widerstehen. kein otimaler lunch - wurde den ganzen nachmittag daran erinnert!
entlang der rhone ging die fahrt weiter bis chanaz. traumhafte gegend mit tollen velowegen.
der erste pilger zu fuss begegnete mir heute. ein franzose, der bereits am 2. tag wunde fuesse hatte. maerssi.
bedeutet wohl pilgern leiden?
yenne mein tagesziel ist ein freundliches dorf mit huebschen haeusern. das hotel - ein gite français - ist tipp topp - beinahe wie das bellevue z'baern. der acceuil war herzlich, das essen gut und reichlich und ich darf sogar den pc benutzen.
Der Ruecken schmerzt - markus lauper sei dank - ueberhaupt nicht; auch das gesaess ist noch voellig schadenfrei; aber heute spuer'i d'oberschaenkel!
Sicher werde ich gut schlafen

Tuesday, September 20, 2005

20. September 2005


Nach einem gemütlichen Zmorge mit Greyerzer und hausgemachter Konfitüre startete ich "den Hang hinunter" durch das reizvolle Dorf Aubonne. In der Folge ging die Fahrt durch zahlreiche Dörfer, die ich nur von Weinetiketten kannte.
Um 10.00 Uhr stattete ich dem Landesmuseum in Prangin der erste Besuch ab und blieb bis 12.00 Uhr. Das Museumsrestaurant war mit Sicherheit besser besetzt als das Museum selber!
In Genf holte ich mir (nach Gümligen) den 2. Stempel für mein "Pilger-Carnet". Ich lernte heute die schöne Genfer Altstadt kennen, bevor ich die Schweiz nach Bardonnex Frankreich verliess. Nach 5 Kilometer Schotterstrasse auf dem französischen Pilgerweg wechselte ich auf die "National", die mich aber wegen starkem Verkehr und Lärm nicht glücklicher machte.
Mein Logis bezog ich nach 4.5 Stunden Fahrzeit auf dem Col de Sion und kam dann in den Genuss eines "echten" französischen Menus, (Foie gras und Carré d'agneau) das ich sehr genoss. Irgendwie muss man sich ja verwöhnen, nach einer solchen Anstrengung.

Erkenntnis des 2. Tages: die "Weindörfer" der La Côte sind ebenso schön wie der Wein gut ist!
PS.
1. es wird ein guter Jahrgang
2. Jakobsmuschelzeichen habe ich heute gesehen - Pilger aber noch keine

Monday, September 19, 2005

19. September 2005 - 1. Bericht von HR


19. September 2005
Um nicht am ersten Tag bereits zu viele Kilometer strampeln zu müssen, fuhr Christine mich nach Payerne, von wo ich die Reise ins ferne Spanien unter die Räder nahm.
Nach wenigen Kilometern liess die grosse Nervosität die in mir steckte nach. Nach Yverdon folgten einige mir bis anhin unbekannte sehr schöne Dörfer (La Sarraz, Senarclens und Grancy) bevor ich mein Tagesziel Reverolle nach drei Stunden Fahrzeit erreichte.
Herzlichen Dank ANNICK & MICHEL PERRIN, dem Winzerehepaar und liebe Freunde von uns, die mich für die erste Nacht aufnahmen. Dank einem Anlass, der dort bei ihnen statt fand, kam ich in den Genuss eines feinen Raclette-Znacht.

Übrigens herzlichen Dank auch Euch allen für Eure Comments. Jeder einzelne Eintrag hat mich riesig gefreut. Weitere nehme ich gerne entgegen! (Ihr könnt diese jeweils unter irgend einer meiner Berichte setzen - siehe div. Berichte unter "September")

Abreisetag 19.09.2005


Nun, da ist Hans Robert startbereit! Etwas mulmig im Magen und nervös auf all das was kommen wird........ist wohl normal!
Mir selber war es auch nicht gerade wohl beim Abschiednehmen und ich zähle die Tage, bis er wieder zurück ist. Von ganzem Herzen wünsche ich ihm, dass er mit vielen tollen Eindrücken und Erlebnissen und vor allem gesund und munter in Santiago de Compostela ankommt, wo ich ihn in ca. 60 Tagen empfangen werde.
Nun warte ich gespannt auf seine Berichte, die Ihr dann auch auf dieser Seite lesen könnt.
Alles Gute mein Schatz!

Sunday, September 18, 2005

Jakobswegroute "Die Karte"


So ungefähr sieht meine Route aus. Start in Gümligen, via Genf, Le Puy, Moissac, St.Pied de Porc, Pamplona, Burgos, Leon, Cebreiro, Santiago di Compostela.
Die definitive Karte werde ich nach meiner Rückreise erstellen, da ich mit einigen Abweichungen rechne.
Geplant sind ferner einige Besuche bei Weinproduzenten.