Jakobsweg

Sunday, October 02, 2005

14. Reisetag: Condom - Riscle















(Champions der letzten 50 Jahre in Nogaro, Dinner for one in Riscle)

Condom - Riscle
Dieser Sonntag begrüsste mich bereits um 9 Uhr mit blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein.
Am Strassenmarkt in Condom deckte ich mich mit Esszawaren für das Picnique ein. Heute war ich das erste Mal nicht besonders motiviert zum Radeln - wie Ferdi sagen würde. Ich spürte meine Beine. Die beiden Wochen Velo Fahren gingen nicht spurlos an mir vorbei.
Immer dichter wurden die Wolken und der Wind blies immer stärker, was meine Stimmung auch nicht verbesserte. Bereits vor Nogaro kamen mir Porsche 911 entgegen: Rennen auf der Rennbahn von Nogaro. Ich entschied mich für eine Cola in der Bar an der Kreuzung. Da ich der Einzige mit einer Bestellung ohne Alkohol war, musste ich wiederholen. Und schon wurde ich "angezündet" à Paris en Velo....
Erst jetz bemerkte ich, dass nicht weit entfernt die Stierkampfarena stand und das Volk strömte. 50. Championat de France des écarteurs. Ich versuchte sofort ein Billet zu kaufen: aber ausverkauft. Es reichte noch für ein Billet "Grand Ecran" im grossen Saal. Was ich zu sehen bekam hat mit Stierkampf gar nichts zu tun. Die Akteure waren Akrobaten, die den entgegenkommenden Stier entweder aus dem Stand heraus übersprangen oder ihm mit eleganten Bewegungen auswichen. Ich konnte mich begeistern.
Die dunklen Wolken wurden immer dichter und ich entschied mich noch vor dem Ende für die Weiterfahrt. Vom Jakobsweg wich ich jetzt ab und fuhr nach Riscle im Madiran. Zweimal Glück: das empfohlene Hotel war zu, aber die Hotelière kam gerade aus dem Haus und half mir, ein anderes Hotel zu finden und dies kurz bevor der Regen einsetzte.
In diesem Hotel - 2 km ausserhalb des Kaffs - war das Restaurant auch zu. Zusammen mit der Hotelière - in Frankreich gibt es glaube ich keine Hoteliers - stellte ich in der Küche ein Menu zusammen: schon wieder Foie gras mit einem Schluck Süssen Weissen, Tomaten- und Kopfsalat, Paté und Rohschinken - leider etwas zu dick geschnitten - und zum Dessert Schoggimousse und Chasselas Trauben aus Moissac. Dazu eine halbe Flasche Madiran. Da ich ganz alleine im Haus war, genoss ich das ganze vor dem TV: Claudio Abado dirigierte im KKL Mahlers 4. Das nenne ich Genuss. Gute Nacht!
Leider habe ich das Kabel Foto-PC irgendwo liegengelassen, deshalb keine Fotos. Sorry!

Die Frage von Ueli, wie es meinem "Füdli" geht, beantworte ich gerne: ohne Salben geht es sehr gut. Überhaupt, ich fühle mich sehr gut. Nie irgendwelche Rückenbeschwerden, die ich vor der Reise chronisch hatte. Habe mir in Yenne eine Crème gegen Muskelschmerzen gekauft und reibe mir die Beine täglich ein - immer nach dem Bier trinken - dies ist ein Ritual geworden. Märssi all den Comments, die ich immer mit grosser Freude lese, E-mails beantworte ich generell nicht.

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